Leserbrief auf Bericht und Kommentar der Volksstimme

111012_1130_header_std

Ilka Dankert – Lehrerin am Gymnasium im Leserbrief veröffentlicht von der Volksstimme: „Mit einigem Befremden las ich den Artikel über die Abiturleistungen der Jeetzeschule. Störend wirkte bereits der Titel, der wohlwollend formuliert auch: „Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler erreichten das Abitur“ hätte heißen können.

Als langjährige Beobachterin der Entwicklung der Jeetzeschule, die mit ihrem freien Konzept bereits einige hervorragende Ergebnisse in den Schulabschlüssen der 10. Klassen erreichte, beglückwünsche ich alle am diesjährigen Abiturerfolg der Schülerinnen und Schüler maßgeblich beteiligten Lehrkräfte, die Schulleitung, die übrigens nicht in jedem Fall uneingeschränkte Unterstützung seitens der Schulbehörde genoss, und besonders die Abgänger selbst zum bestandenen Abitur bzw. zur bestandenen Fachhochschulreife.

Alle Schülerinnen und Schüler, auch diejenigen, die mit der Fachhochschulreife die Schule verlassen, haben in ihrer Schulzeit an der Jeetzeschule ganz bestimmt keine Zeit vertan, sondern über das an Regelschulen angebotene Lernpensum hinaus wichtige Erfahrungen gesammelt. Das Konzept der Jeetzeschule ist ohne Vergleich in der Schullandschaft Sachsen-Anhalts und wird sicher, wie Herr Schulze bekannte, weiter entwickelt werden. Das ist deren großes Potenzial.

Lehrerinnen und Lehrer haben in ebenso harter wie engagierter Arbeit ihre Schülerinnen und Schüler in sechs Jahren auf den Abschluss der 10. Klasse und danach, in einem gänzlich neuen Abschnitt, in drei Jahren auf das Abitur vorbereitet. Das ist eine Gesamtschule und kein Gymnasium. Hier sortiert man nicht aus, hier wird bewusst GEMEINSAM gelernt und es bleiben nicht von fast 120 nur etwas mehr als 60 Schüler zum Abitur übrig. Hätte man recherchieren gelernt, wäre einem Redakteur nicht entgangen, dass hier zwei höchst unterschiedliche Systeme verglichen werden.

Der genannte direkte Vergleich der Abiturerfolge der Gymnasien im Umfeld ist für Statistiker, zumindest diejenigen, die sich ernsthaft mit Statistiken auseinandersetzten, lediglich ein Augenzwinkern wert.

Der Weg, den alle jungen Menschen nach dem Abitur beschreiten und die dann gesetzten Ziele werden die Lebenstüchtigkeit, das soziale Engagement und natürlich auch entsprechende fachliche Kompetenzen einfordern. Ich bin sicher, dass alle Absolventen der Jeetzeschule bestens darauf vorbereitet wurden und wage zu bezweifeln, dass negative Impulse oder Leistungsdruck, wie ihn viele Kinder in Regelschulen empfinden, bessere Begleiter für das Lernen sind.

Ich wünsche allen Schulabgängern aller Schulen im Umkreis alles Gute, viel Erfolg und die nötige Portion Glück für die Zukunft, allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern erholsame Ferien.“

Ilka Dankert, Klötze, Lehrerin am Gymnasium 24.07.2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

  • So können Sie online Englisch lernen
    Die wenigsten von uns haben neben Beruf und Familie Zeit, einen Sprachkurs oder die Volkshochschule zu besuchen. Ebenso sind die meisten von uns jedoch immer mehr auf Englischkenntnisse angewiesen.
  • Verschenktes Potenzial
    Eine von der TU Dortmund veröffentlichte und der Stiftung Mercator geförderte Studie macht deutlich: Übergangsempfehlungen sowohl nach der Grundschule als auch am Ende der Sekundarstufe 1 stimmen oft mit dem Leistungspotenzial der Schüler nicht überein.
  • Zunahme von Gewalt an Schulen erfordert schnelles Handeln der Politik
    Dringenden Handlungsbedarf attestiert der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Politik und den Landesregierungen nach den erst jetzt bekannt gewordenen unerträglichen Zuständen an der Gemeinschaftsschule Bruchwiese in Saarbrücken.
  • Ohne Titel
    Bald werden hier zukünftige Webinare dargestellt. Derweil können Sie sich die Webinar-Aufzeichnungen von Schule im Aufbruch Österreich anschauen.
  • Schul – Landkarte
    Vollbildanzeige (öffnet sich in neuem Tab)
  • „Schule im Aufbruch“ – Fest 2016
    Inspirieren – Vernetzen – Ideen für 2017 austauschen – Ermutigen – Feiern “Schule im Aufbruch” ist heuer 3 Jahre alt: Tausende TeilnehmerInnen und hunderte Schulen sind bereits Teil von „Schule im Aufbruch“.Am 30. November zeigen wir einen kurzen Überblick über die Aktivitäten des Jahres und geben einen Ausblick auf 2017 – und wir freuen uns, […]
  • Reihe: Von Viren und Tieren - Ein Virus wie ein Schlachtschiff
    Seuchen bei Nutztieren kann man direkt an der Quelle im Stall bekämpfen. Die Afrikanische Schweinepest wird aber vor allem durch Wildschweine verbreitet. Im Wald bekommt man die Seuche ohne Impfstoff nicht in den Griff.Deutschlandfunk, Forschung aktuellDirekter Link zur Audiodatei
  • Ein zweites Sonnensystem - Der berechnete Planet
    Es ist eine doppelte Premiere: Astronomen haben erstmals ein Planetensystem entdeckt, das wie das Sonnensystem aus acht Planeten besteht - bisher galt unser System als Rekordhalter. Und zum ersten Mal hat ein Computerprogramm die Existenz eines dieser Planeten berechnet.Deutschlandfunk, Forschung aktuellDirekter Link zur Audiodatei
  • Plesiosaurier-Fossil aus dem Trias - Warmblütiger Saurier im kalten Ozean
    Plesiosaurier hatten einen langen Hals, vier Flossen - und sie waren Warmblüter. Das hat ihnen geholfen, das globale Massenaussterben vor 200 Millionen Jahren zu überleben, sagte der Bonner Paläontologe Martin Sander im Dlf. Sein Team hat das bislang älteste Fossil eines Plesiosauriers untersucht.Deutschlandfunk, Forschung aktuellDirekter Link zur Audiodatei
Unsere Empfehlung

Blick über den Zaun  . . . ist ein Verbund reformpädagogisch orientierter Schulen, der seit 1989 besteht, um Schulentwicklung „von unten" zu betreiben. Ziel des ‚Blick über den Zaun' ist es, durch regelmäßigewechselseitige Besuche („peer reviews"), durch Tagungen und das Anwerben weiterer Schulen dazu beizutragen, dass Schulen im direkten Erfahrungsaustausch voneinander lernen: einander anregen, ermutigen, unterstützen. Grundlage der gemeinsamen Arbeit sind das Leitbild sowie dieStandards, die auf den nebenstehenden Grundüberzeugungen aufbauen.