Unserer erster Jahrgang hat sein Abi

Abiturklasse 2014 kl

Pia Dübler, Alina Jürgens, Helene Pochte, Daniel Hahn (vorn), Robin Meyer, Julia Schnell, Linn Nilsson, Svea Kuba, Charlene Heidmann, Isabel Puscher und Jeanette Erhardt

Endlich sind die diesjährigen Abiturprüfungen vorbei! Auch in der  Jeetzeschule in Salzwedel stellten sich zum ersten Mal seit der Gründung im Jahr 2005 Schülerinnen und Schüler den Prüfungen der gymnasialen Oberstufe. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, alle 12 Schülerinnen und Schüler haben haben den schulischen Teil der Fachhochschulreife oder die Hochschulreife erreicht und so erhielt am Donnerstag der erste Abiturjahrgang nach dreizehn Schuljahren seine Zeugnisse.

Die weiteren Pläne der jungen Absolventen sind unterschiedlich. Einige werden sofort ihr Studium an einer Hochschule oder Fachhochschule beginnen. Andere werden erst einmal ein Freiwilliges soziales Jahr oder ein Auslandsjahr absolvieren und sich dann entscheiden.

Für die Lehrerinnen und Lehrer der Jeetzeschule waren die ersten Abiturprüfungen eine anstrengende und spannende Zeit, die auch viele neue Erfahrungen mit sich brachte. Schulleiterin Antje Pochte: „Ich bin froh, dass wir nach nunmehr neun Jahren unsere ersten Abiturenten entlassen können. Es waren immer diese Kinder und dann Jugendlichen des Jahrganges, die als erste Neuland betraten, die viele Veränderungen mitgestalteten und die besondere und tolle Erlebnisse und Ergebnisse hatten. Und sie waren auch die ersten, die durch eine von vielen Kontrollen geprägte, aufregende Prüfungszeit gingen. Ich bin stolz darauf, dass sie es geschafft haben. Und auch als Schule haben wir bei diesen ersten Abiturprüfungen sehr, sehr viel gelernt und werden mit den gesammelten Erfahrungen und Kenntnissen unseren nächsten Abiturjahrgang noch besser auf die Prüfungen vorbereiten können“.

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Zum allerersten Mal feierten SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern den Abiball an der Jeetzeschule. Neun Jahre lang hatten die Absoventen nun an der Jeetzeschule gemeinsam gelernt und nun hieß es Abschied nehmen. Dass das nicht ohne Tränen gehen konnte, war allen im Vorfeld klar.

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Für Frau Pochte war es besonders schwer – hatte sie doch mit diesen Kindern die Schule eröffnet, sie durch gute und schlechte Zeiten begleitet. Bereits als der Chor die Veranstaltung eröffnete, war die Stimmung sehr emotionsgeladen. Nach vielen Dankesreden an alle, die die Schüler und Schülerinnen begleitet hatten, wurden die Zeugnisse überreicht. Eine wunderbare Parkbank war das Abschiedsgeschenk der Stammgruppe an Frau Pochte. Nun kann sie auf ihr sitzend über die Jahre mit der Tigris zurückdenken…

Noch lange nach dem offiziellen Teil feierten alle ausgelassen im Hansehof.

Abisong der Tigris

Ein Patt – keiner gewonnen, keiner verloren.
So stehen wir da,
denn wir haben uns geschworen, uns zur Seite zu stehen,
bis ans Ende zu gehen, doch es hört auf.

Refrain:

Es hört auf, wenn es am schönsten ist.
Ich weiß, es tut weh, doch Tigris ade.
Scheiß drauf, wie’s gelaufen ist,
es war Affentittengeil, because wegen weil.

So oft bruchgelandet und irgendwo gestrandet,
doch wir standen immer wieder auf.
Ein Projekt ohne Gleichen, sie stellten die Weichen
Und wir wichen immer wieder aus.

Bridge:

Und dennoch war die Zeit, die wir hatten, ohne Gleichen
(wunderbar)
Und dennoch tut es weh, wenn ich seh, wie Zeiten verstreichen.

Zusammen auf dem Kutter und das noch Tage lang.
Wir segelten zusammen in den Sonnenuntergang.
Unsere Gemeinschaft wäre hier recht dicke zu betonen
Mit Shades of Grey als Seife und im Lagerraum nur Bohnen.
Das Dasein wurde angezweifelt und wurd es uns zu viel,
dann zogen wir ganz einfach ab nach Zethlingen ins Exil.
Egal, von welcher Klippe, zuerst würde Tigris stpringen,
danach können auch die anderen Herausforderungen bezwingen.

Wer hätte gedacht,
dass Viertel nach acht  mir immer noch irgendwas sagt,
dass der Tag erst beginnt,
wenn Freunde da sind und keiner nach den Noten mehr fragt.

Ein Kommentar auf “Unserer erster Jahrgang hat sein Abi
  1. Ilka Dankert - Lehrerin am Gymnasium sagt:

    Mit einigem Befremden las ich den Artikel über die Abiturleistungen der Jeetzeschule. Störend wirkte bereits der Titel, der wohlwollend formuliert auch: „Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler erreichten das Abitur“ hätte heißen können.

    Als langjährige Beobachterin der Entwicklung der Jeetzeschule, die mit ihrem freien Konzept bereits einige hervorragende Ergebnisse in den Schulabschlüssen der 10. Klassen erreichte, beglückwünsche ich alle am diesjährigen Abiturerfolg der Schülerinnen und Schüler maßgeblich beteiligten Lehrkräfte, die Schulleitung, die übrigens nicht in jedem Fall uneingeschränkte Unterstützung seitens der Schulbehörde genoss, und besonders die Abgänger selbst zum bestandenen Abitur bzw. zur bestandenen Fachhochschulreife.

    Alle Schülerinnen und Schüler, auch diejenigen, die mit der Fachhochschulreife die Schule verlassen, haben in ihrer Schulzeit an der Jeetzeschule ganz bestimmt keine Zeit vertan, sondern über das an Regelschulen angebotene Lernpensum hinaus wichtige Erfahrungen gesammelt. Das Konzept der Jeetzeschule ist ohne Vergleich in der Schullandschaft Sachsen-Anhalts und wird sicher, wie Herr Schulze bekannte, weiter entwickelt werden. Das ist deren großes Potenzial.

    Lehrerinnen und Lehrer haben in ebenso harter wie engagierter Arbeit ihre Schülerinnen und Schüler in sechs Jahren auf den Abschluss der 10. Klasse und danach, in einem gänzlich neuen Abschnitt, in drei Jahren auf das Abitur vorbereitet. Das ist eine Gesamtschule und kein Gymnasium. Hier sortiert man nicht aus, hier wird bewusst GEMEINSAM gelernt und es bleiben nicht von fast 120 nur etwas mehr als 60 Schüler zum Abitur übrig. Hätte man recherchieren gelernt, wäre einem Redakteur nicht entgangen, dass hier zwei höchst unterschiedliche Systeme verglichen werden.

    Der genannte direkte Vergleich der Abiturerfolge der Gymnasien im Umfeld ist für Statistiker, zumindest diejenigen, die sich ernsthaft mit Statistiken auseinandersetzten, lediglich ein Augenzwinkern wert.

    Der Weg, den alle jungen Menschen nach dem Abitur beschreiten und die dann gesetzten Ziele werden die Lebenstüchtigkeit, das soziale Engagement und natürlich auch entsprechende fachliche Kompetenzen einfordern. Ich bin sicher, dass alle Absolventen der Jeetzeschule bestens darauf vorbereitet wurden und wage zu bezweifeln, dass negative Impulse oder Leistungsdruck, wie ihn viele Kinder in Regelschulen empfinden, bessere Begleiter für das Lernen sind.

    Ich wünsche allen Schulabgängern aller Schulen im Umkreis alles Gute, viel Erfolg und die nötige Portion Glück für die Zukunft, allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern erholsame Ferien.

    Ilka Dankert, Klötze, Lehrerin am Gymnasium 24.07.2014

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