Das Nonplusultra eines Schulhofs

Pausengestaltung de luxe: Schüler setzen Spieleausleihe in Bauwagen um

Jonas Weber (14) aus Pretzier und Jaromir Frommer (15) aus Wustrow präsentierten ihr Bauwagen-Projekt samt einer Auswahl an Spielgeräten, die nun in den Pausen ausgeliehen werden können. Foto: Christoph Zempel

 Salzwedel (Quelle Volksstimme vom 04.10.2017 von Christoph Zempel)
Seit vielen Jahren arbeitet die Jeetzeschule Salzwedel an einem Projekt: Das alte Industriegelände der Avacon vergessen machen und den inzwischen als Schulhof genutzten Platz sukzessive erblühen lassen. Nun konnte ein weiterer Schritt realisiert werden. Schüler der neunten Klasse haben gemeinsam mit Tischler Tobias Dübler und Sozialpädagogin Andrea Meier einen Bauwagen ausgebaut und neu verziert. Fortan fungiert er als Spieleausleihe – vornehmlich für Fünft- und Sechstklässler. Umgesetzt wurde die Aktion im Projektunterricht. „Wir haben den Bauwagen nach und nach ausgebaut und restauriert“, sagt Jonas Weber (14) aus Pretzier. Die Idee dafür wurde bereits vor zwei Jahren von Klassensprechern vorgeschlagen. Nun können Brettspiele und Puzzles ausgeliehen werden, erzählt er, aber auch Jonglierkugeln oder Einräder, fügt Jaromir Frommer (15) hinzu. Außerdem könnten die Schüler auf der eigens herangebauten Terrasse chillen und sich die Pausen mit eben jenen Spielen verschönern. Überhaupt hat der Schulhof zahlreiche Möglichkeiten zu bieten. Wohin man auch blickt, überall stehen verschiedene Sportangebote, Bewegungsoptionen oder Entspannungsorte zur Verfügung. Von Fußball-, und Volleyballplatz, über Kletterspinne und Slackline, bis hin zu Hollywoodschaukel und Chill-Area können die Schüler je nach Wunsch ihre Pausen kreativ gestalten. Sogar ein Beet und ein Bienengelände wurden angelegt.„Ich bin stolz darauf“, sagt Schulleiterin Antje Pochte. Immerhin sei das Gelände mal wüstes Brachland gewesen. Außerdem sei es wichtig, dass sich die Schüler bewegen. „Wenn sie sich auspowern, wird es ja auch im Unterricht leichter“, sagt sie. Zumal sie nicht unentwegt still sitzen könnten. Überdies habe sie die Hoffnung, dass die Schüler Projekte wie den Bauwagen in Acht halten. „Schließlich haben sie den gebaut. Und unsere Schule funktioniert durch Eigenverantwortung, Hilfe und Gemeinschaft“, erklärt sie.

Die Schüler jedenfalls freuen sich über das, was sie da realisiert haben. „Es ist schön, zu sehen, wie wir mitgeholfen haben“, sagt Jonas Weber. „Und dass man den Bauwagen endlich benutzen kann“, ergänzt Jaromir Frommer. Unter Anleitung von Tischler Tobias Dübler haben sie nicht nur Dach und Wände neu verkleidet, sondern die komplette Innenausstattung neu gemacht. Einzig der Boden ist geblieben. Und wer kümmert sich nun um die Ausleihe? „Beide neunte Klassen wechseln sich ab“, sagt Jonas Weber. Doch damit nicht genug. Aktuell wird ein Banner erarbeitet, das den tristen Blick auf die alte Fabrik etwas verdecken soll. Außerdem wurde ein grünes Klassenzimmer beantragt. Das könnte dann 2018 Wirklichkeit werden und den Schulhof somit endgültig zum König der Pausenplätze krönen.

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