Festrede des ersten Abiturjahrganges der Jeetzeschule 2014

Wir haben ein paar Ausschnitte aus dem Lied „Kinder“ von Bettina Wegener ausgewählt, die beschreiben, was uns ausmacht.

  • Sind so kleine Ohren, scharf und ihr erlaubt, darf man nie zerbrüllen, werden davon taub.
  • Sind so schöne Münder, sprechen alles aus, darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.
  • Sind so klare Augen, die noch alles sehen, darf man nie verbinden, können sonst nichts verstehen.
  • Sind so kleine Seelen, offen und so frei, darf man niemals quälen, gehen kaputt dabei.
  • Ist so’n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht, darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.
  • Gerade, klare Menschen wären ein schönes Ziel, Menschen ohne Rückgrat haben wir schon zu viel.

Jede Zeile dieses Liedes trifft auf unsere Erfahren in der Jeetzeschule zu. Wir haben soviel gelernt, was uns unser ganzes Leben begleiten wird. Wir haben nie unseren Mund verboten bekommen, konnten immer unsere Meinung vertreten und Ideen vorschlagen und wurden deswegen nie verurteilt. Wir haben gelernt Diskussionen zu führen.

Abiturklasse 2014 kl

Uns wurde nie etwas verheimlicht, wir wurden immer ehrlich behandelt und durften eigene Entscheidungen treffen und Verantwortungen tragen. Wir waren einfach frei. Wir wurden nie in die vermeintlich richtige Richtung gelenkt, sondern haben unsere eigenen Erfahrungen gemacht. Diese Erfahrungen und Fähigkeiten machen uns einzigartig !

Natürlich gab es nicht nur positives in unserer gemeinsamen Zeit. Wie oft haben wir uns über die Hausschuhe, den Ordnungsdienst, die Eingangsregelung, den Weg zum Sport und die Durchsagen aufgeregt? Wie oft haben wir mit dem Lehrer diskutiert, um einen Test zu verschieben oder eine Note zu streichen? Wie oft hat jemand wegen einer schlechten Note geweint und den Lehrer dafür verflucht?

Und nun stehen wir hier und werden all diesen Ärger nie wieder verspüren. All das ist einfach vorbei. Wir sind nun auf uns allein gestellt und müssen unseren Alltag  nicht mehr wie gewohnt in einer Gruppe, sondern alleine meistern.

Unser Abimotto „Abikanier – ein Stamm, der niemals ausstirbt“ bezieht sich darauf, dass wir der erste Jahrgang sind. Das ist eine Eigenschaft, die uns einmalig macht.

Ein anderer Vorschlag für ein Motto beschäftigte sich mit dem Thema, dass wir immer die Versuchskaninchen waren. Unzählige Projekte, Konzeptänderungen und Ideen wurden an uns ausprobiert und wenn eins nicht funktionierte, kam gleich das nächste.

Es gab viele blöde aber auch sehr schöne Projekte. Denkt an die Zeit in Zethlingen, erst haben wir dieses Kaff für die Tristheit und den schlechten Internetempfang gehasst und letztendlich haben wir alle Dinge erlebt, an die wir uns gern erinnern.

An dieser Stelle sagen, wir Danke, dass uns soviel ermöglicht und zugetraut wurde!

Man kann nicht nur sagen, dass wir eine Gruppe oder ein Team waren. Nein, wir waren wie eine Familie. Eine Familie, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte. Bei uns ist jeder Charakter vetreten, vom Modepüppchen  bis zum Metaler – und trotzdem haben wir uns alle furchtbar gern.

Auch unsere Lehrer gehörten zu dieser Familie. Wie oft hat Netti Frau Krüger Mama genannt?

Man hatte keine Angst zur Schule zu gehen. Man wusste, wen man trifft und wie wer drauf war. Dieser Zusammenhalt war etwas ganz besonderes.

Wenn jemand ging, dann fiel uns der Abschied schwer, egal ob Lehrer oder Schüler.

Wir sind eine unschlagbare Klasse gewesen. Wir haben aus allem Langweiligen etwas Lustiges und Besonderes gemacht. Wir haben es geschafft, unsere Spuren zu hinterlassen und alles zu unserer Bühne zu machen. Denkt nur an die Montagsrunden, die wahrscheinlich nach uns nie wieder so aufregend sein werden! Wir sind mehr als nur Klassenkameraden, wir sind auch Freunde die zusammen feiern gehen und ihre Freizeit gemeinsam verbringen. Unsere Kreativität und das was uns ausmacht, haben wir überall verbreitet. Mit unser „Bad Taste Party“ haben wir ein Stück Jeetzeschule in den Speicher gebracht.

Eines der schönsten Erlebnisse war in Holland auf der Segeltour.

Danke nochmal an Daniel, für den herorischen Abend!

Wir brauchen keine Luxushotels mit großen Zimmer, uns reicht ein kleiner Raum in dem so viele Leute wie möglich untergebracht sind. Hauptsache wir sind alle beisammen!

Als wir neulich zusammensaßen und all die Erinnerungen noch einmal hochkommen ließen, kam uns der Gedanke, unser Klassentreffen auf diesem Segelboot stattfinden zu lassen. Falls das wirklich einmal zustande kommen würde, wären Frau Pochte und Frau Meyer rechtherzlich eingeladen!

Wir denken, dass mit dem Abgehen unserer Klasse ein Stück der Jeetzeschule verloren geht. Wir hoffen, dass sich alle gern an uns erinnern und dass vielleicht eine andere Klasse in unsere Fußstapfen tritt und die verrückten Aktionen fortführt.

Unseren Mitschülern wünschen wir für die Zukunft nur das Beste. Wir wissen, dass jeder seinen Weg gehen wird und es schaffen wird, seine Träume auszuleben und zu verwirklichen! Denn jeder von uns ist stark genug, um sich durchzusetzen und sich seinen Herausforderungen zu stellen.

Auch die, die ihr Ziel nicht erreicht haben, werden es zu etwas bringen. Denn jeder von uns ist eine einmalige Persönlichkeit. An dieser Stelle steht uns die Welt offen und wir haben unendlich viele Möglichkeiten! Macht das, was euch glücklich macht!

Tigris Juli 2014

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